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Aufruf zum bundesweiten ‪Zivilklauselkongress‬ vom 24.-26.10. an der @HAWHamburg

16 Okt

Krieg, Rüstungsexporte, Rüstungsproduktion und Rüstungsforschung stehen der sozialen und kulturel­len Entfaltung humaner Entwicklungsmöglichkeiten entgegen.

Das forschende Lernen und die gemeinsame Arbeit für eine zivile und friedliche Entwicklung hat den auf­ richtenden Gehalt, die Geschichte wieder gemeinsam in die Hände zu nehmen – gegen das Prinzip der ge­ walttätigen Durchsetzung der skrupellosen Ökonomie der Geschäftemacherei. Es kommt dabei wesentlich auf uns an: Wir wollen daher als Studierendenbewe­gung, ‪Friedensbewegung‬ und Gewerkschaftsbewe­gung auf einem Kongress zusammenkommen, um aus dem gemeinsamen Engagement gegen Krieg und Rüstungsforschung die Perspektive und Praxis einer friedenschaffenden Wissenschaft und Kultur zu erwei­tern.

http://www.zivilklausel.uni-koeln.de/zivilklausel-kongress-2014/Zivilklausel-Zukunftskongress.pdf

Antikriegskonferenz Berlin 2014

25 Sep

ist ein freies Forum von Frauen und Männern aus Wissenschaft und Publizistik: interdisziplinär, kritisch, antimilitaristisch.

Was die AKK erreichen will

Die AKK Berlin2014 vom 3. bis 5. Oktober will der Bevölkerungsmehrheit Argumente an die Hand geben, ihr ein Gesicht und eine Stimme verleihen – jener Mehrheit, die jede Art von Krieg, Waffengewalt, Rüstung und Militäreinsätzen im In- und Ausland ablehnt und ihr ein „Nein“ entgegen setzt.

Die Meinung der am Frieden interessierten Großzahl der Menschen in der Bundesrepublik wird von den Medien übergangen, von der Wissenschaft ignoriert, von der Regierung nicht ernst genommen, von den Parteien klein geredet, vom Bundespräsidenten als „glückssüchtig“ bezeichnet. Das waffenstarrende Gerede von deutscher Verantwortung weltweit ist schick.Kriege werden wieder „normal“, zum Politik- und Diplomatie-Ersatz.

Worum geht es bei der AKK

Die AKK ruft die beiden Weltkriege und ihre Vernichtungsgewalt in Erinnerung. „Nie wieder Krieg!“ war der Friedensruf 1918 und 1945. Die heutigen Kriegsvorbereitungen in Rüstung und Propaganda sowie die Art der „asymetischen“ Kriegsführung „gegen den Terror“ weisen gänzlich neue Dimensionen auf. Damit sowie mit der aktuellen Militarisierung und Mobilmachung innerhalb der Bundesrepublik, der EU und der NATO befasst sich die Konferenz ebenfalls.

Die AKK lenkt den Blick auf die gegenwärtige Kriegsgefahr und die neuen Erscheinungsformen des Militarismus, der Kriegsvorbereitung und Propaganda. Stichworte sind: Computerspiele als virtuelles Schlachtfeld, die kriegerische Instrumentalisierung der Populärkultur, die Herstellung imperialer Normalität an den Schulen, die militärisch instrumentalisierte Forschung an Universitäten und Hochschulen. Die Bundeswehr ködert Freiwillige mit Hochglanz-Karriereversprechungen an den Schulen, im Internet, bei den Arbeitsagenturen. Das „Kriegshandwerk“ wird zusätzlich privatisiert („Blackwater“) und automatisiert (Killerdrohnen und -roboter).

An wen wendet sich die AKK

Die Initiative für die AKK will das antimilitaristisch-kritische Bewusstsein schärfen und einen Beitrag zur Stärkung der außerparlamentarischen Sozialen Antikriegsbewegung leisten. Die AKK wendet sich daher an Werktätige und Gewerkschafter, Eltern und Pädagogen, Schüler, Studierende und Wissenschaftler, Kulturschaffende und Medienleute, Hartz-IV-Opfer und Rentner sowie an alle politisch interessierten und engagierten Menschen. Ihr Ziel ist es, den Informations- und Wissensstand zu erhöhen sowie die politische Bereitschaft zum antimilitaristischen Widerstand anzuregen und Impulse dafür zu geben.

Was will und wer unterstützt die AKK

Unterstützt wird die AKK hauptsächlich ideell von Organisationen der Friedens-, Menschenrechts-, Entmilitarisierungs- und Zukunftsbewegung (siehe Startseite). Im Verhältnis zu den bestehenden Friedensinitiativen versteht sich die AKK als nachgeordnet und kooperationsoffen, als flexibel, dynamisch und aufgeschlossen auch für all jene, die nicht schon in die etablierten Zusammenhängeder herkömmlichen Friedenbewegung eingebunden sind.

Die AKK will mit all jenen politischen Kräften kooperieren, welche die gleichen Ziele verfolgen. Von ihr soll ein Impuls ausgehen, ähnliche Konferenzen im Jahr 2015 auf regionaler Ebene, vor allem an Hochschul- und Militärstandorten, durchzuführen.

Wie die AKK abläuft

Neben Vorträgen und Diskussionen bietet die AKK auch eine Kulturveranstaltung. In Planung ist eine Antimilitaristische KUNSTgebung am Abend des 4. Oktober mit politischen Beiträgen aus der Musik- und Literatur-Szene.

Voraus geht der Konferenz am 3. Oktober ab 11:00 Uhr eine Ossietzky-Matinee. AKK-Beginn ist um 16:30 Uhr. Die AKK endet am 5. Oktober um 13:30 Uhr.

Die AKK braucht Dich! Was tun?

Die AKK hat kein Büro, keinen Etat, keine Angestellten, erst recht keine Sponsoren aus der Rüstungsindustrie. Sie ist darauf angewiesen, dass möglichst viele Menschen auf sie aufmerksam werden. Deshalb bitten wir alle, die unsere Website lesen, zur Verbreitung und zum Gelingen eigenverantwortlich beizutragen:

durch einen persönlichen oder/und organisatorischen Link auf unsere Website (Devise: Viele sollen es mit“kriegen“!)
durch den Hinweis auf die AKK bei Facebook und im persönlichen Gespräch mit Freundinnen/Freunden, Kolleginnen/Kollegen, Eltern-Kindern-Enkeln, Mitstudierenden usw. (Motto: Kommst Du mit, gegen die „Ballermänner und -frauen“!)
durch das Herunterladen, das Ausdrucken und den zahlreichen Aushang der Poster (Losung: „Wir.Dienen.Frieden“)
durch Hinweise und das Aufmerksammachen bei Redaktionen, Kirchengemeinden, Gewerkschaften, Ökos, Friedensaktivisten, Asten usw. (Maxime: Niemand soll später sagen, er habe davon nichts gewusst 😉

Die AKK kost’ nix.

Um niemanden wegen eines schlanken Geldbeutels auszugrenzen, ist die AKK-Teilnahme kostenlos. Aber wer kann, soll geben; Spenden sind erwünscht.

Anmelden noch heute!

Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich.

*

Für Fragen und Anregungen steht zur Verfügung:

Rudolph Bauer, Uhlandstr. 42, 28211 Bremen, T. 0421-78781 (A.-B.), rudolph.bauer@gmx.de [mit der Bitte um Verständnis, wenn die Beantwortung Zeit braucht]

Aufruf: Kein Militär und keine Rüstung in Bildung und Wissenschaft – Lernen für den Frieden!

12 Jun

„Nein“ zur Normalisierung des Krieges nach Innen und Außen

Unter dem Deckmantel des „humanitären Krieges“ wird versucht, das „Recht des Stärkeren“ als Prinzip der internationalen Politik durchzusetzen. Doch Frieden und Demokratie lassen sich nicht herbeibomben – Kriege hinterlassen im Gegenteil unzählige Tote, Verwundete und Flüchtlinge sowie die Zerstörung von Umwelt und Infrastruktur. Jeder Krieg verweist auf das Versagen der internationalen Diplomatie und den Unwillen zu einer zivilen Konfliktlösung.

Für emanzipatorische Bildung – „Nein“ zur Militarisierung der Gesellschaft

Bildung und Wissenschaft können dazu beitragen, die Ursachen von Krieg und die Voraussetzungen für Frieden zu ergründen. Alle Menschen können sich mit den drängenden Problemen der Gesellschaft befassen und für eine menschenwürdige Welt wirken. Der Einfluss der Bundeswehr auf die Schulen und militärisch orientierte Forschung und Lehre an Hochschulen zielen stattdessen auf die Vorbereitung, Akzeptanz und Normalisierung von Krieg als Mittel der Politik. Hiergegen setzen wir uns zur Wehr und rufen dazu auf, sich aktiv gegen die Militarisierung der Gesellschaft, für militärfreie Bildung und Wissenschaft einzusetzen.

Dezentrale Aktionstage

Vom 13. bis 15. Juni 2013 sollen in möglichst vielen Städten vielfältige und kreative Aktionen und Veranstaltungen durchgeführt werden. Wir wollen Politik und Öffentlichkeit auf die zunehmende Militarisierung der Gesellschaft aufmerksam machen und für eine friedliche, aufklärerische Ausrichtung von Bildung und Wissenschaft streiten.

Militär und Rüstungsindustrie raus aus der Bildung!

Wir fordern Schulen und Hochschulen auf, ihre Verantwortung für eine friedliche Gesellschaft wahrzunehmen. Die Selbstverpflichtung der Hochschulen auf zivile und friedliche Zwecke durch die Einführung von Zivilklauseln und Beschlüsse von Schulen gegen Kooperationen mit dem Militär sind entscheidende Schritte dorthin.

Die zivile und friedliche Ausrichtung der Hochschulen soll gesetzlich verankert werden. Durch die strukturelle Unterfinanzierung von Bildung und Wissenschaft werden viele Hochschulen in Kooperationen mit Rüstungsunternehmen getrieben. Öffentliche Einrichtungen dürfen jedoch nicht dem Profit durch Rüstung und Krieg dienen. Der Abhängigkeit der Wissenschaft von externen Geldgebern muss daher durch eine ausreichende öffentliche Finanzierung entgegengewirkt werden. Forschungsprojekte und Geldquellen müssen offengelegt werden.

Wir fordern die Regierungen auf, Schulen als zivile Einrichtungen zu erhalten. Wehrdienstberater und Jugendoffiziere werben an Schulen immer intensiver für eine Karriere bei der Bundeswehr und präsentieren den Beruf des Soldaten als ganz normalen Job. Tatsächlich sterben und töten deutsche Soldaten und Soldatinnen in Afghanistan und anderswo. Die Kooperationsabkommen mit der Bundeswehr müssen ersatzlos gekündigt werden. Bildung und Wissenschaft für eine friedliche Welt!

Bundeswehr raus aus den Schulen!
Zivilklauseln an allen Hochschulen!

Antimilitaristische Aktionstage 2013

Forschung nicht nur für den Frieden, das Otto-Suhr-Institut hat sich vorerst gegen den Frieden entschieden.

12 Jun

Vom dem Arbeitskreis Zivilklausel wurde zuvor ordentlich informiert und mobilisiert warum eine Fachbereichs bezogene Zivilklausel wichtig ist, jedoch bei der Abstimmung wurde vor für den „Frieden“ gegekniffen.

Genaues lässt sich hier nachlesen Nun aber wirklich: Abstimmung über die Zivilklausel im Fachbereichsrat

Immerhin wurde es in der Presse erwähnt. Am Fachbereich Politik der Freien Universität ist die Einführung einer Zivilklausel gescheitert

Freie Universität Berlin – Endgültige Abtimmung über Zivilklausel im Fachbereich für Politikwissenschaften am 08.05.13

7 Mai

In der Sitzung des neuen Fachbereichsrates am 08.05.2013 wird die Zivilklausel als Beschlusspunkt auf der Tagesordnung stehen. Wir möchten noch einmal gemeinsam ein Zeichen für eine zivile Universität setzen!
Kommt und diskutiert mit!
Mittwoch 08.05., 9.00 Uhr
Ihnestr. 21, HS 1B

AK Zivilklausel Otto-Suhr-Institut

Drohnen, Robotersoldaten und andere Kampfroboter – Zivilklausel hin oder her?

25 Apr

In den letzten Wochen wurden Kampfdrohnen in der deutschen Presse Landschaft hoch und runter geschrieben. Manchmal gab es etwas kritisches, des öfteren eher Lobpreisungen. Auch der Bundesminister der Verteidigung Thomas de Maizière versucht eine subtilere Begeisterung von Kampfdrohnen in unserer Gesellschaft durch vielfältige Möglichkeiten, wie z.B. Veranstaltungen an einigen Hochschulen und Medienarbeit zu beflügeln. Unsere Gesellschaft sollte nach seinen Vorstellungen, mit denen er sicherlich nicht alleine da steht, an eine „militarisierte“ Gesellschaft gewöhnt werden. Militärische Interventionen, kurz gesagt Kriege und Menschen dafür in den Krieg zu schicken die wiederum andere Menschen töten müssen und auch werden, sollen in der Bundesrepublik Deutschland in der Bevölkerung als ganz normal angesehen werden.

Vielleicht ist das ein erster Schritt die in der BRD lebenden Menschen an eine ganz neue Art der Kriegsführung zu gewöhnen. Das Militär hat sich schließlich in den letzten hunderten von Jahren auch immer weiter entwickelt. Einst schlugen sich die Menschen mit Schwertern und Äxten die Köpfe ein, heute werden durch die Jahrhunderte lange technologische Entwicklung von Kriegs und Militärmaschinerie mit unterschiedlichsten Waffen gekämpft. Aus runden Kugeln sind Hightech Präzision Projektile geworden. Und wie in unserem Blog schon mal kritisch angemerkt, werden jetzt auch die ersten Test´s mit Laserkanonen durchgeführt und stetig weiter entwickelt.

Nutzen wir also mal unseren durchaus kritischen Verstand und schauen uns technologische Entwicklungen in anderen Staaten an. Durch unsere globalisierte Wirtschaft kommen wir nicht darum herum uns auch mit anderen Staaten auseinander zu setzen.

Als ein Beispiel sei hier die Firma Bosten Dynamics genannt aus den USA, dazu lässt sich einiges Interessantes im Netz finden. Wir finden bei genauerem suchen „Marc Raibert is the company’s president and project manager. He spun the company off from the Massachusetts Institute of Technology in 1992“ Der zuvor beim MIT ansässig war. Daraus könnten wir nun schlussfolgern das es einen engen Austausch von wissenschaftlichen Erkenntnissen besonders im technologischen Bereich mit der Firma Bosten Dynamics gibt. Bosten Dynamics eigens mit einem Youtube Channel ausgestattet zeigt uns eine äußerst moderne Entwicklung von Robotern, besonders für die militärische Verwendung auf. Man könnte nun ein mal einfach anfangen sämtliche SciFi Filme die man so gesehen hat gedanklich Revue passieren zu lassen…

Sehr interessant wird es nun wenn wir uns den Kooperationspartner der Firma Bosten Dynamics genauer anschauen und zwar: Defense Advanced Research Projects Agency kurz (DARPA) https://twitter.com/DARPA & http://www.darpa.mil/

„Die Defense Advanced Research Projects Agency, kurz Darpa, ist die Forschungsagentur des US-Verteidigungsministeriums. Gegründet wurde sie als ARPA nach dem Sputnik-Schock im Jahr 1958. Ihre Aufgabe ist nach eigenen Angaben, die „technische Überlegenheit des US-Militärs aufrechtzuerhalten“. Die Behörde kümmert sich um militärisch relevante Forschung wie die Entwicklung von Drohnen, Robotern oder der Tarnkappentechnik. Das bekannteste und erfolgreichste Projekt der Agentur dürfte jedoch das Arpanet sein, aus dem das Internet hervorging.“ Quelle

DARPA ist eine Behörde des US. Militärs die dem Verteidigungsministeriums der Vereinigten Staaten untersteht. Wir können also davon ausgehen das es eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen dem MIT, Bosten Dynamics und der DARPA gibt. Schließlich wird es bei solchen Forschungs- und Entwicklungsaufträgen um eine Menge Geld gehen und anderseits wiederum entsteht somit ein neuer sehr großer wirtschaftlicher Absatzmarkt oder auch „Wachstumsmarkt“ genannt.

Da auch die deutsche Bundeswehr möchte sicherlich nicht technologisch das Schlusslicht sein. Thomas de Maizière, und – oder seine weiteren NachfolgerInnen haben einiges zu tun, damit Schritt gehalten wird. Auch etliche deutsche Firmen würden sich über eine sichere Auftragslage bestimmt sehr freuen. Krieg und technologische Aufrüstung bringen nun ein mal eine Menge Geld ein, auch wen erst mal ausgegeben (investiert) wird.

Was könnten wir nun daraus kritisch mit nehmen, oder folgern?

Auch bei uns in Deutschland arbeiten, lehren und forschen einige Institute und Hochschulen mit der Bundeswehr zusammen, oder für sie. Forschungsaufträge werden intransparent auch durch das Bundesministerium für Verteidigung vergeben. Mit Sicherheit haben etliche technologische Entwicklungen auch berechtigte Vorteile, aber an erster Stelle werden wohl die Interessen der Militärs und der Wirtschaft befriedigt die im geringsten gesamtgesellschaftlich relevant sein dürften und keinen friedlichen Mehrwert für die Bevölkerung haben.

Daraus können wir Schlussfolgern, dass Zivilklauseln an unseren Hochschulen immer wichtiger werden und absolut von Nöten sind. Die Debatte muss öffentlich ausgetragen werden und nicht im kleinteiligen von einigen wenigen. Die Kampfdrohen sind wenn wir uns, wie wir es gerade gemacht haben vor den Augen gehalten, salopp gesagt nur ein kleiner Vorgeschmack von dem was uns noch erwarten kann. Es bietet zumindest eine Aussicht für weitere Gesellschaftliche Entwicklungen von denen wir uns nicht frei machen können, sondern zu denen wir aktiv, passiv beitragen und kritisch oder unkritisch.

Dieses Video ist von 2008, jetzt haben wir schon 2013!

Uni-Veranstaltung des Verteidigungsministers gesprengt

10 Apr

Mit dauerhaftem Beifall, allerhand Parolen, von politischen/inhaltlichen wie „Nie wieder Krieg!“, oder auch „Kein Dialog mit Kriegstreibern!“, bis hin zu offen ironischen wie „Wir woll’n den Thomas sehen!“ wurde heute Abend eine Veranstaltung an der HU Berlin mit dem Bundesverteidigungsminister schon vor der Begrüßung seitens des Unipräsidenten gestoppt. Die anwesende Mehrheit des Saales war offenbar nicht gewillt, die Hochschule für die geistige Mobilmachung zu öffnen.

Im Laufe des Veranstaltungs-Versuches folge eine kleine Banner-Enthüllung („Krieg dem Krieg!“), ein Die-In einiger Personen auf der Bühne mit Hilfe von scheinbar blutbefleckten Oberteilen und Ratlosigkeit seitens jener, die gern der Schein-Legitimation deutscher Kriegseinsätze den Boden bereiten mochten.

Nachdem der Herr Minister vergebens per Word-Dokument und Beamer  zur Diskussion aufrief und schließlich aufgab, verkündete der Uni-Präsident auf die gleiche Weise (also schriftlich projeziert), er werde für die Freiheit des Wortes und den Meinungsaustausch so lange bleiben, bis er entweder rausgetragen oder angehört werde. Dies wurde mit dem Sprechchor „Wegtragen!“ beantwortet; auf einen freundlichen Versuch zweier Menschen, ihn wegzubitten, ließ er sich allerdings nicht ein.

Sowohl der Minister als auch der Uni-Präsident Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz müssen sich nun, sollten sie sich über fehlende Dialogbereitschaft beschweren, mindestens folgende Fragen gefallen lassen:

1. Wie wird die „Freiheit des Wortes“ bzw. das „Wort“ definiert? Wenn in einem Saal jede hörbare Meinungsäußerung durch die „Gegenseite“ übertönt und so gewissermaßen verhindert werden kann, hat dann nicht die Seite, die zusätzlich über visuelle Mitteilungsmöglichkeiten verfügt (sprich: Beamer) mehr Möglichkeiten zur „Freiheit des Wortes“?

2. Die kriegführende Seite bekommt die Möglichkeit, eine Veranstaltung zu gestalten. Menschen, die hingegen Bundeswehr-Transporte blockieren, wie die „Raytheon 9“ Waffenproduktion behindern oder auf andere Weise versuchen, für eine waffenfreie Außenpolitik einzutreten, würden wohl kaum eine Veranstaltung im Audimax mit Grußwort des Uni-Präsidenten bekommen können. Sieht so ein gleichberechtigter Dialog aus?

3. Wie steht es eigentlich mit der „Freiheit des Wortes“ jener Menschen, die als Feinde eingestuft und erschossen werden? Schließlich bleibt keine Zeit, zuzuhören, wenn die (scheinbare) Angst besteht, gleich vom potentiellen „Feind“ erschossen zu werden. (Augen öffnend dazu ein Artikel in „The Times“ vom 13. März 2010 zu einem mehrfach tödlichen Schusswechsel in Afghanistan: „Both sides thought the other group was Taleban.“ Leider nicht mehr direkt online, aber noch auffindbar.)

Die heutige Veranstaltung war übrigens laut dem AP-Bericht die erste dieser Art, bei dem Maizière überhaupt nicht zu Wort kam und so keine Möglichkeit fand, tödliche Gewalt hörbar legitimieren zu können. Schriftlich hat er es nicht versucht, aber da findet sich genug in Broschüren und auf der Internetpräsenz der Bundeswehr, in der Geschichte mancher Religionen wie auch in der Diskussion um eine „Schutzverantwortung“.

Doch wenn wir mutmachende Beispiele von Konfliktlösungen anschauen, wie in Angola, Mosambik, Burundi; in Liberia oder auch 1996 in Mali, mit Waffenverbrennungen, dann bleiben wir dabei: Eine solche Legitimation kann es nicht geben und (nicht nur) Hochschulen dürfen kein Ort werden, um Schein-Legitimationen tödlicher Gewalt zu verbreiten.

PS: Zum möglichen Zusammenhang von Staat und Krieg, wie er auch in Slogans wie „Nie wieder Deutschland – nie wieder Krieg!“ anklingt, empfiehlt sich das Buch „Staat und Krieg: Die historische Logik politischer Unvernunft“ von Ekkehart Krippendorff, emeritierter Professor der FU Berlin.
Das Buch ist eine Lektüre wert und die Frage, ob und inwiefern Staat und Krieg zusammenhängen, sollte auch ein paar akademische Überlegungen wert sein.
Dass die Forderung (oder als akademischer Dialog betrachtet: These) „Nie wieder Deutschland!“ einer Humboldt-Uni für „nicht würdig“ befunden wurde (per Beamer) deutet in diesem Zusammenhang auf eine eingeschränkte Bereitschaft hin, sich akademischen Fragestellungen zu stellen.

Anna

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